
Eine Dame kam beim Erlebnisabend auf mich zu. “Sie haben doch in USA die Silva Mind Methode gelernt? Kann ich Sie dazu etwas fragen? Ich habe auch die Silva Mind Methode gelernt, doch ich mache wohl was falsch. Vielleicht kann ich CQM in Zukunft für solche Sachen benutzen.” Ich schaute sie fragend an und war schon ganz gespannt, was nun kommen würde. Sie fuhr fort: “Ich wollte dieses Jahr den Ärmelkanal durchschwimmen und habe nach vier Kilometern aufgegeben. Und das obwohl ich mich monatelang mental darauf vorbereitet hatte. Und die Presse hat im Vorfeld bereits darüber berichtet. Und ich habe aufgegeben. Meine mentale Vorbereitung mit Silva Mind hat nichts geholfen.” Ich schluckte erst mal: Ärmelkanal durchschwimmen!!!! Bei mir stellten sich am ganzen Körper alle Haare hoch und es fröstelte mich. Innerlich zog ich meinen imaginären Hut vor dieser Dame.
Mein eigenes Verhältnis zum Ärmelkanal bzw. zur Überquerung desselbigen ist nicht gerade optimal. Mit 17 war ich mit einer Freundin auf Europatour via Interrail. Damals hat ein Interrailticket knapp 200 DM gekostet und wir sind mit dem Zug quer durch Europa gedüst, hatten viele Nächte auf schmuddeligen Bahnhöfen, in “romantischen” Jugendherbergen der 70iger Jahre und in unbequemen, abgegriffenen Liegewagen verbracht. Und die eine besagte Nacht auf dem Ärmelkanal! Wir wollten von Paris nach London. Dazu mussten wir auf ein Fährschiff umsteigen. Leider hatten wir damals keine Kabine reserviert so dass meine Freundin Gaby und ich uns in der Bar des Fährschiffes in einen Sessel setzten. Ich schlief sofort ein. Nach ca. einer Stunde wachte ich auf und Gaby, die neben mir gesessen hatte, war verschwunden. Ich stand auf um sie zu suchen und bemerkte wie meine Knie unter mir nachgaben. Ich konnte mich gerade noch an meinem Sessel festhalten sonst wäre ich malerisch zu Boden gegangen. Mein Kreislauf schien in sich zusammengefallen zu sein. Verzweifelt hielt ich Ausschau nach der Toilette. Mein innerstes wollte sich komplett nach aussen kehren. Es fühlte sich an als wäre ich nicht mehr Herr über meinen Körper. Er gehorchte mir nicht mehr. Ich dachte nur noch, jetzt ist es vorbei. Hoffentlich hört das sofort auf. Ich halte das nicht aus. Haltet sofort das Schiff an. Ich will runter. Aufhören mit dem Geschaukel. Schluß jetzt. Sofort aufhören. SOFORT AUFHÖREN. Jeder der einmal so richtig seekrank war, bestätigte mir später ähnliche verzweifelte Gedanken.
Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass auf dem Ärmelkanal Windstärke 11 war. Ich hatte keine Ahnung was Windstärke 11 sein könnte, hatte ich zuvor noch keinerlei Erfahrung auf Schiffen sammeln können. Wenn es richtig geblasen hat, hat man uns Kinder einfach ins Haus gerufen. Das war also seekrank sein!!!!!!!!!!!
Zurück zu der Dame, die den Ärmelkanal durchschwimmen wollte. Ich fragte, was denn so schlimm daran sei, nicht ganz durchgeschwommen zu sein. Sei meinte, sie sei eine gute Schwimmerin, sie sei auch schon von Dresden nach Hamburg geschwommen. Von Dresden nach Hamburg! Meine Stirne legte sich wohl in Falten, denn vor meinem geistigen Auge tauchte eine Deutschlandkarte auf und mein Hirn versuchte sich die Strecke von Dresden nach Hamburg vorzustellen – schwimmend. “Ja ich bin eine gute Schwimmerin und trotzdem habe ich nicht den Ärmelkanal durchschwommen sondern nach vier Kilometern abgebrochen. In meinem Kopf war nur noch der Gedanke. Aufhören. Jetzt aufhören. Jetzt aufhören. Sofort aufhören. Und ich konnte nicht weiterschwimmen.” sagte die Dame. “Was war da los?” wollte sie von mir wissen. Also begab ich mich mental mit ihr in den Ärmelkanal und “scannte” in die Szene rein. Ein extrem schwächender Impuls ging vom Begleitboot aus. “Was war mit dem Begleitboot? Wer hat sie begleitet?” fragte ich sie. “Meine Kinder waren im Begleitboot. Drei meiner Kinder. Und alle wurden seekrank auf dem Boot. Ich hätte wohl eine andere Crew mitnehmen sollen. Allen dreien war total schlecht geworden. Stellen sie sich vor, gleich allen dreien.”
Mit einem Schlag wurde mir klar, was dieser Frau passiert war. Im Buch “Wenn Fische fliegen….Die Chinesische Quantum Methode” habe ich im Kapitel “Wie ich mir Viviennes Wut einfing” darüber geschrieben, wie es mir passiert ist, dass ich die Gedanken und Emotionen anderer völlig unbewusst aufgeschnappt habe und nicht wusste, dass es die Gedanken und Emotionen anderer waren. Erst nach aufmerksamen Beobachten, Hinfühlen und Nachfragen fand ich heraus, dass ich Gedanken und Emotionen aufgeschnappt habe und dachte, ja sogar glaubte, es seien meine Gedanken. Sie erinnern sich an die Geschichte mit meiner Freundin Caroline, deren Wut und Ärger ich im Auto aufgeschnappt hatte und erst nicht wusste, wo die Wut in meinem innern herkam, da es keinen Grund dafür gab. Oder die Emotionen meines Mannes, der in mein Büro kam und sich wunderte, dass sich schon wusste, dass er über eine Sache frustriert war, obwohl er nicht darüber gesprochen hatte.
Genau so ist es der Frau wohl auch ergangen. Drei Kinder, die seekrank waren, hatten wohl den gleichen Gedanken, wie ich bei meiner ersten Ärmelkanalüberquerung. “Aufhören. Jetzt sofort. Schluß jetzt. SOFORT AUFHÖREN!!!!!.” Genau das waren die Gedanken, die im Kopf der Frau auftauchten, die sie gehindert haben, weiterzuschwimmen. Es waren nicht ihre Gedanken, doch da sie energetisch immer mit ihren Kindern verbunden ist, sind diese mentalen Schwingungsmuster in ihrem Bewusstsein aufgetaucht und sie hat sie als ihre Gedanken wahrgenommen. Und danach gehandelt: Nämlich aufgehört zu schwimmen.
Wenn wir uns nicht klar sind, dass viele Gedanken, die in unserem Bewusstsein auftauchen, gar nicht unsere Gedanken sind, dann kann es uns immer wieder passieren, dass wir Dinge tun, die wir gar nicht tun wollen und dann trotzdem tun, da diese Dinge ja in unserem Bewusstsein waren und wir gedacht haben, wir hätten gedacht. Und dabei hat unser Gehirn nur wie ein Radio mentale Schwinungsmuster verarbeitet und uns in das eigene Bewusstsein eingespielt. Dieses Phänomen wurde intensiv in den letzten 80 Jahren erforscht und kann in der Literatur vielfach nachgelesen werden.
Meine Empfehlung: Passen sie in Zukunft auf ob sie tatsächlich denken oder ob jemand anderes denkt und diese Gedanken bei Ihnen vorbei fliegen und dann ihr Handeln bestimmen.


